donnerundpflicht

Das harte Bett

Neue Domain

Nach langer Pause geht es weiter. Doch es geht nicht hier weiter, sondern auf http://www.donnerundpflicht.de

Falls sich irgendwer noch ohne Antwort auf seinen Kommentar fühlt, möge er mich auf der neuen Seite erinnern.

Beste Grüße

This is water

Es geht um Entscheidung. An Punkten im Leben, die Entscheidungen ermöglichen und damit erzwingen, bestimmt man wie man seine Welt gestaltet.

 

Selbstachtung und Lebensziele

Mihaly geht von der These aus, dass Selbstachtung sich aus dem Verhältnis von Vorgenommenem und Erreichtem ergibt.

Selbstachtung ist vermittels höherer Zufriedenheit und Glücks ein Faktor der psychischen Stabilität. Ich denke, dass es besondere Eigenschaften von Spitzensportlern und ihrem teilweise extremen Training ist, diesen Zusammenhang weitesgehend zu entkoppeln. Sie schaffen es einen hohen Selbstwert und unerreichbare Ziele zu haben. Zumindest ist das ein Bild, welches auf den Motivationsvideos transportiert wird, ob dies der Realität entspricht, ist eine andere Frage.

Ein Problem, was ich bei einer empirischen Überprüfung (z.B. Persönlichkeitstest) sehe, ist der Faktor „Bescheidenheit“. Ein bescheidener Mensch, der dies vielleicht sogar gerade aufgrund unereichbarer Ziele ist, würde leicht in einem solchen Fragebogen als eine Person mit niedrigerem Selbstwert betrachten. Hier steht also zur Debatte, ob Bescheidenheit ein negativer Faktor für den Selbstwert ist. Mein Intuition sagt, dass es nicht so ist. Eine Rechtfertigung habe ich zur Zeit nicht.

Wenn gilt, dass die Selbstachtung ein wichiger Faktor zur psychischen Stabilität und Ordnung ist und das Vorgenommene wichtiger Faktor für das Erreichte ist, dann gilt die Forderung:

Verbinde einen möglichst großen Selbstwert mit möglichst großen Lebenszielen.

Oder als Frage formuliert:

Wie kann man sich unerreichbare Ziele stecken ohne sich an den Anforderungen dieser zu entwerten?

Spring nicht aus dem Flugzeug!

„Aus dem Flugzeug springen“ ist eine Metapher für das Verhalten von Menschen, die sich nicht auf das Modell einlassen, mit welchem man gerne arbeiten möchte.

Ein Dialog könnte so aussehen:

Ego: Nehmen wir an, du bist im Flugzeug und [irgendwas passiert].
Alter: Was ist wenn ich aus dem Flugzeug springe?
Ego: Tür ist zu.
Alter: Ich nehme dem Piloten die Knarre weg und mache ein Loch in die Windschutzscheibe.
Ego: Er hat keine Knarre.
….

Man versucht ein Modell zu konstruieren und mit diesem zu arbeiten. Alter lässt sich nicht auf das Modell ein, sondern versucht die Grenzen des Modells zu sprengen.

Ego versucht dagegen das Modell durch immer mehr Prämissen abzusichern.

Das Resultat einer solchen Interaktion ist, dass man sich nur noch um das Modell dreht, während das eigentlich Anliegen von Ego immer mehr an den Rand gedrückt wird – nämlich das Arbeiten mit diesem Modell.

Will man sich als Alter auf ein Ego einlassen und Ego macht deutlich, dass es nicht um das Modell selbst gehen soll sondern vielmehr um die innere Logik des Modells, ist es notwendig sich auch eben auf das Modell einzulassen. Ob das Modell plausibel ist, ist entsprechend ein anderes Thema. Auf dieses kann man sich im zweiten Schritt einigen.

Ein weiteres Beispiel sind Begriffbestimmungen. Wenn man sich darum streitet, was die Sinn und Bedeutung eines bestimmten Begriffs sind, während Ego eine bestimmte Definition als gegeben voraussetzt, dann wechselt man an diesem Punkt bereits das Thema.

Das ist ein Grund, weshalb viele Unterhaltungen und Diskussionen nicht produktiv sind. Sie verlaufen sich oder drehen sich im Kreis. In dem man aus den Flugzeug springt, wirkt man clever oder radikal (im Sinne von Grundsatzkritik), doch eigentlich wechselt man nur das Thema.

Das eine thematische Auseinandersetzung nicht produktiv ist, weil man hier ausgewichen ist, ist nicht verwunderlich. Eine der beiden Voraussetzungen einer thematischen Auseinandersetzung wurde nicht erfüllt: das Thema.

Neuen Anonymousaktion

Siehe selbst

Selbstachtung und Erfolg – Ein kleiner Einblick in meine Lektüre

Weil ich momentan wenig Zeit zur systematischen Arbeit an den Inhalten habe, teile ich wenigstens ein paar vorläufige Gedankenstücke:

Mihaly geht von der Behauptung William James aus, dass unsere Selbstachtung von Erwartung und Erfolg abhängt. Er erklärt weiter, dass unsere Selbstachtung daran hängt, ob wir mit unseren Erfolgen unseren Erwartungen entsprechen. An verschiedenen Beispielen macht er fest, wie die Selbstachtung auch steigen kann, wenn man die Erwartungen senkt.

Daraus schließt Mihaly, dass es nicht immer ratsam sei, die Selbstachtung des Kindes zu steigern. (csikszentmihalyi1999, 38)
Einen besonderne Verweis legt er darauf, dass es nicht durch eine Senkung der Erwartungen geschehen sollte.

Hier ist eine offene Stelle. Dass die Erfolge von den Erwartungen abhängen, in dem höhere Erwartungen größere Erfolge wahrscheinlich machen, bedeutet nicht automatisch, dass man die Erwartungen nicht herunterschrauben soll.

Es bleibt an dieser Stelle noch zu entscheiden, ob der Selbstwert oder die Erfolge das Leitmotiv sein sollen. Das ist an dieser Stelle noch nicht gesagt.

Uni wurde gelehrtenfeindlich

Was Interessantes zum lesen.

 

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/klaus-p-hansen-fuer-gelehrte-ist-uni-feindliches-gebiet-a-883389.html

Moderne Männer sterben nur und leben nicht

Der Grund, weshalb wir Männer so schrecklich unattraktiv geworden sind, ist hier sehr gut illustriert. Wir Männer überwinden keine Hindernisse mehr, ob in uns selbst oder in unserer Welt.

Tugenden sind diejenigen Charaktereigenschaften, die es einem Selbst wahrscheinlicher machen Widerstände zu überwinden. Widerstände sind diejenigen Sachverhalte in der Welt, die die Vervollkommnung des Selbst einschränken oder verhindern.

Doch wie soll man Tugend lernen, sich erarbeiten, wenn man nichts weiter macht als fett, faul und dumm vor dem Fernseher, im Urlaub oder auf der Arbeit zu sterben?

Einen Körper muss man sich erarbeiten, Faulheit muss man überwinden, Dummheit muss man verlernen. Das sind aktive Handlungen und das geschieht nicht von alleine. Der Aberglaube, wir seien an sich schon wertvoll, treibt uns dahin, dass wir glauben, wir seien genug. Sind wir aber nicht. Ohne unser Tun machen wir nichts weiter als Sterben. Wer leben will, muss es selbst machen.

Der Umgang mit den Zonen

Letzten Sonntag hatte ich angekündigt, dass ich heute die Comfortzone charakterisiere. Davor ist noch ein wichtiger Schritt zu tätigen, den ich vergaß, weil ich dieses Konzept schon für Donner und Pflicht ausgearbeitet habe.

Die Herkunft dieses Konzepts ist mir selbst nicht klar. Ich kenne es ausschließlich von dem Teil “Personal Development” der Blogosphäre. Eine kurze Recherche ergab Verbindungen zur Erlebnispädagogik. Auf die Schnelle (angemessen zu der Wichtigkeit dieser Rechercheaufgabe) habe ich keinen wirklichen Urheber ausmachen können. Also verbleibe ich mit der Bemerkung, dass ich dieses Konzept nur für Donner und Pflicht anpasse, die Idee selbst aber nicht von mir stammt.

Ich habe einen bestimmten Umgang mit solchen Konzepten. Für mich ist Philosophie nicht das Gelaber der Universität. Ich betone es im echten Leben immer wieder, dass gute Philosophie Anleitung ist. Wirkliche Anleitung für das Leben.

In der Entwicklung, spätestens mit Darwin und Freud, sind wir gottlos geworden (ein Thema, dass auch Relevanz für Donner und Pflicht haben wird, wenn ich mein anderes Buchprojekt abgeschlossen haben werde). Wir haben niemanden mehr, der uns über Richtig und Falsch aufklären kann. Mama und Papa sind spätestens durch die Pubertät entmachtet oder sterben wenigstens irgendwann. Übrig bleiben wir.
Eine große Herausforderung der Gottlosigkeit ist, dass wir uns selbst Richtig und Falsch zur Verfügung stellen müssen.
Wer sich selbst nicht genug ist, macht sich selbst zum gottverlassenen Treibholz.

Das Modell der drei Zonen ist ein wichtiges Mittel uns zu orientieren. Es ist ein Werkzeug ein Verhältnis vom Selbst und der Welt zu erkennen. Sei es selbstgewählt oder fremdbestimmt, dieses Verhältnis findet notwendig statt. Es ist ein Mittel der Bestandsaufnahme und ein Mittel der Steuerung.

Wenn man das Verhältnis vom Selbst und Welt ausgemacht hat, erhält man die Orientierung. Das kann und soll eine unangenehme Erfahrung sein, denn in den allermeisten Fällen befinden wir uns nicht da, wo wir uns gerne sehen. In den meisten Fällen hören wir dann auf uns zu bemühen, wenn wir Anforderungen entsprechen können und doch den Mut verlieren weiterzumachen. Wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist, wird man feststellen müssen, dass man sehr viel mehr Defizite als Mensch hat, als man glaubt.

Ich hoffe, dass du dich dieser Erfahrung wirklich stellst, wenn du das Konzept der drei Zonen erhalten hast (genauer: Meine Anpassung). Nur wer bereit ist eine kalte und nüchterne Bestandsaufnahme zu machen, ist überhaupt in der Lage zu erkennen, welche Wege im Leben überhaupt offen stehen.

Und dann hört dieses Erleben nicht auf. Wer wurde noch nicht von der Einsicht anderer Menschen überrascht und hat gestaunt darüber, wieviel Menschen doch davon miterleben, was mit ihnen geschieht und wie sie sind.

Die große Herausforderung ist es nicht mehr loszulassen. Der absolute Großteil der Menschen kann sich nicht bei Bewusstheit halten und rutscht ab in die Stumpfheit in die uns die Medien, psychischen Defekte, Mitmenschen und Feigheiten ziehen.

Wenn man dagegen ein wirklich bewusstes Leben führen will, dann muss man bereit sein sich jederzeit einer solchen Bestandsaufnahme zu stellen. Und dann darf man nicht mehr aufhören. Man muss auch dann wach bleiben, wenn man müde wird und das ist garantiert. Jeder wird müde. Am Widerstand misst sich der Mut und die Stärke. In den meisten Fällen stellen wir fest, dass wir eher letzte Menschen als vollwertige Menschen sind.

Das muss man erst annehmen und dann darf man nicht in die Lethargie und Akzeptanz rutschen. Auf der einen Seite muss man Anehmen, was man von sich selbst sieht, oder rutscht in die Verdrängung und andere psychische Abwehrmechanismen. Andererseits darf man sich nicht damit zufriedengeben, es sei denn man will behaupten, man sei perfekt. Perfektion heißt, dass man nichts hinzufügen oder entfernen kann ohne das Gesamte zu verschlechtern.

Ich nähere mich den Zonen durch eine Reihe von Fragen:

  • Wie fühlt sich das an? Oft haben wir einen direkten Zugang zu unseren Gefühlen, wir wissen sie bloß nicht einzuordnen. Wenn ein Nazi auf einen Ausländer einprügelt, fühlt er dann den Hass auf das Fremde oder die Angst einer vergangenen Konditionierung? Richtig fühlen heißt, dass wir uns der Gefühle im Klaren sind.
  • Was für Anforderungen lösen diese Gefühle aus? Die Frage, die uns die Orientierung geben kann. Wenn wir wissen, was wir fühlen, können wir daraus durch das Modell auf das Anforderungsverhältnis zwischen uns und der Welt schließen.
  • Was kann ich in dieser Zone erhalten? Jede Zone hat ihre eigenen Chancen einen Gewinn einzustreichen. Auch die Zonen, die im ersten Augenblick nicht sehr vielversprechend scheinen.
  • Was macht mir die Zone unmöglich? Es gibt selbstverständlich Dinge, die durch ein bestimmtes Anforderungesverhältnis von Selbst und Umwelt nicht mehr möglich sind. Jeder kennt das nagende Gefühl, wenn man denkt etwas zu verpassen. Will man ein bewusstes, also waches, Leben führen, muss man aushalten, dass man immer etwas ausschließt und immer “Nein” zu etwas sagt.
  • Was sind die Fähigkeiten um in dieser Zone optimal handeln zu können? Neben Mut und Härte zu sich selbst gibt einer jeden Zone eigentümliche Fähigkeiten, die man ausbilden muss um das Verhältnis gewinnbringend nutzen zu können.
  • Was kann ich tun, um die Zone zu verlassen? Die Antwort auf diese Frage bietet Beweglichkeit. Wenn man sich entschließt ein proaktives Leben zu führen (Proaktivität ist eine der wichtigen Tugenden), dann gilt es sich aktiv und selbstbestimmt in ein bestimmtes Verhältnis zur Welt zu setzen.

An diesen Fragen orientiere ich meine Darstellung der Zonen.

Das Drei Zonen Modell

Was ist das Modell eigentlich?

Das Modell gibt uns eine Art räumliche Anschauung für Verhältnisse vom Selbst zur Umwelt. Dabei geht es um die Anforderungen, die die Umwelt an uns legt. Je größer die Anforderungen, desto weiter entfernen wir uns von der Mitte. So sind diese konzentrischen Kreise angelegt. Sind die Anforderungen deutlich geringer als unsere Fähigkeiten, sind wir unterfordert. Das charaktersiert die Comfort Zone. Sind die Anforderung nicht erfüllbar sind wir in der Panic Zone. In der Learning Zone befinden wir uns, wenn wir den Anforderungen genügen können, aber es ein Risiko des Scheiterns gibt.

Drei Zonen

Über- und Unterforderung sind epistemische Entitäten. Sie entstehen niemals unabhängig von einem erkennenden Subjekt. Das heißt, dass es um die Wahrnehmung geht. Wenn wir uns unterfordert fühlen, sind wir in der Comfort Zone, obwohl wir den Anforderungen vielleicht nicht genügen können. Andererseits können wir auch das Gefühl haben, völlig überfordert zu sein, obwohl wir den Anforderungen spielend genügen können.

Das sind technische Probleme der persönlichen Erkenntnis. Hier findet sich das Problem wieder, dass wir mit unserem Erkenntnisbemühungen auch scheitern können. Irrtum ist eben möglich und diese Unsicherheit sollte man aushalten können.

Hier ist eine Stelle, an welcher wir Fähigkeit ausbilden können, um einen besseren Werkzeugkasten zur Vervollkommnung des Selbst zu erhalten. Nachfolgend schlage ich eine Achtsamkeitsübung vor, mit welcher man die Fähigkeit ausbildet sich in ein angemessenes Verhältnis zu den Anforderungen zu setzen. Angemessen bedeutet, dass man eine gute Chance hat, das Verhältnis richtig einzuordnen.

Weil die Anforderungen der Umwelt hier an den Risikobegriff geknüpft sind, sind die Übergänge fließend. Die Höhe der Anforderung wird an dem Risiko zu Scheitern bemessen. Je mehr wir uns dem Scheitern ausgesetzt fühlen, desto weiter entfernen wir uns von Mittelpunkt, nähern uns der Learning Zone und der Panic Zone. Die Zonen entstehen durch die Klarheit der Gefühle. Normalerweise fühlen wir uns der Aufgabe total gewachsen, sehen eine Möglichkeit zu scheitern oder sind uns gewiss zu scheitern.

Setzt man sich nicht bewusst in ein Verhältnis zu den Anforderungen, übernimmt das Unbewusstsein diese Setzung. Es lohnt sich darüber im Klaren zu sein, dass man auf jeden Fall in ein Verhältnis gesetzt wird. Entweder übernimmt man das als bewusstes Selbst oder deligiert es an das Unbewusstsein. Ob letztere Alternative den eigenen Zwecken entspricht, hängt davon ab, wie das Unbewusstsein trainiert ist. Hat man die Gewohnheit ausbildet sich in ein gutes Verhältnis zu setzen? Oder lässt man noch alte Programme laufen, so dass eine eventuell problematische Vergangenheit in diese Setzung miteinfließt?
Wenn eingeredet wurde, dass man sich mit dem zufrieden geben soll, was man hat, dass man nicht aufbegehren soll und dass man im Allgemeinen nicht genug ist, ist es gefährlich sich nicht bewusst zu machen, in welches Verhältnis man zu seiner Umwelt gesetzt ist. Ist man von so einer Vergangenheit betroffen, ist es sehr schwer in der Learning Zone zu handeln, weil man wahrscheinlich dazu neigen wird, Anforderungen im Allgemeinen zu meiden und sich unvermeidbaren Anforderungen nicht wirklich gewachsen zu fühlen. Man würde in so einem Fall zwischen Langeweile (Comfort Zone) und Panik (Panic Zone) hin- und herwechseln. Die Learning Zone würde aber übersprungen werden.

Ich fasse zusammen:
Das Drei-Zonen-Modell gibt uns eine räumliche Anschauung für das Verhältnis von unserem Selbst und den Anforderungen der Umwelt. Das kann Unterforderung, Forderung oder Überforderung sein. Diese Zonen entstehen durch unsere Tendenz eine klare Position zu fühlen, obwohl die Grenzen eigentlich fließend sind. Setzt man sich nicht bewusst in ein Verhältnis, übernimmt das Unbewusstsein dieses. Das birgt Gefahren, denn man gibt bewusste Selbstbestimmung ab.

Im nächsten Beitrag werde ich die Comfort Zone charakterisieren.